Warum man Essen am Schreibtisch vermeiden sollte

Ein Großteil der Arbeitnehmer isst am Schreibtisch oder lässt die Mittagspause sogar ganz ausfallen. Doch nicht zu Essen beeinträchtigt unsere Arbeit und Produktivität. Laut Christopher Wanjek und seinem Buch über Essverhalten am Arbeitsplatz „hat das Ausfallen lassen einer Mahlzeit einen niedrigen Blutzuckerspiegel zur Folge, der wiederum dazu führt dass unsere Aufmerksamkeitsspanne verkürzt wird und wir langsamer Informationen verarbeiten.“ Das richtige Mittagessen hingegen sorgt für die nötige Energie um frisch in die zweite Hälfte des Arbeitstages zu starten.

Eine Pause für den Kopf

Das schnelle Essen zwischendurch am Schreibtisch ist jedoch nicht geeignet um die Energielevel wieder aufzufüllen. John Trougakos plädiert in seiner Studie „Lunch Breaks Unpacked“ dafür, dass wir uns eine Pause gönnen. Jeder Mensch hat nur einen begrenzten Vorrat an psychologischer Energie, der sich mit jeder Interaktion, Entscheidung und Konzentration auf eine Aufgabe verringert.

Die Mittagspause ist daher notwendig um sich mit Dingen zu beschäftigen die neue Energie geben. Bewegung tut uns gut und ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft wirkt nach langem Sitzen am Schreibtisch belebend. Auch das Ausruhen auf einer Parkbank, ebenso wie ein kurzer Mittagsschlaf, machen den Kopf frei und entspannen.

Ein gemütliches Essen mit einem Freund oder Kollegen kann entspannen und auf andere Gedanken bringen. Laut Trougakos jedoch nur, wenn man nicht mit einer Gruppe von Kollegen essen geht und nur über anstehende Projekte redet. Denn sonst hätte auch das Essen außerhalb des Büros keinen Erholungseffekt, da die erschöpfende Arbeitsatmosphäre mitgenommen wird.

Falsche Ernährung verringert die Produktivität

Es gibt jedoch auch Arbeitnehmer, die sich genötigt fühlen am Schreibtisch zu essen um nicht als faul oder langsam zu gelten. Dabei schaffen es jedoch die wenigstens sich von zu Hause etwas mitzubringen und gehen stattdessen schnell in die Bäckerei an der Ecke oder das Fastfood Restaurant gegenüber. Meist sind dort die angebotenen Gerichte sehr kalorienhaltig, zu salzig oder zu süß und enthalten nicht die notwendigen Nährstoffe um für eine ausgewogene Ernährung zu sorgen.

Wer am Schreibtisch isst, merkt oft gar nicht was genau er isst, da nebenher weiter an der wichtigen Aufgabe für den Chef gearbeitet oder eben schnell eine Email beantwortet wird. Man lässt sich keine Zeit beim Essen, verspürt dadurch kein Sättigungsgefühl und greift zusätzlich zu Süßigkeiten. Süße Snacks und Getränke werden vom Körper schnell verarbeitet und sorgen dadurch für einen Energieschub; dieser hält jedoch nicht lange an und man fühlt sich kurze Zeit später erschöpfter als zuvor.

Ein besseres Mitarbeiterverhältnis

Es gibt viele Gründe nicht am Schreibtisch zu essen. Zum einen ist für einen persönlich gesünder nicht nur auf eine ausgewogenen Ernährung, sondern auch auf Erholungszeiten für den Kopf zu achten. Das vermindert Stress und beugt Erschöpfung sowie Burn Out vor. Daneben kann man aus Arbeitgebersicht argumentieren, dass Erholung während der Mittagspause die Produktivität des Mitarbeiters verbessert und so dem Unternehmen zuträglich ist.

Doch auch das Arbeitsklima kann von der Mittagspause außerhalb des Büros profitieren. Wer in einem geschlossenen Büro mit einem oder mehreren Kollegen sitzt kann mit stark riechendem Essen seine Mitarbeiter und deren Arbeit erheblich stören und für Unmut sorgen. Daher lieber gleich weg vom Schreibtisch eine wohlverdiente Pause in seinem Lieblingsrestaurant oder auf der sonnigen Parkbank machen.

Quellen:
⋅ Christopher Wanjek - Essen am Arbeitsplatz
⋅ Die im Academy of Management Journal veröffentlichte Studie von John Trougakos

Veröffentlicht am 8/11/2015 |  Permalink