Das Mittagessen in Europa: Wir schauen den Europäern auf den Teller

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie das Mittagessen in anderen Ländern Europas aussieht? Wir schauen in diesem Beitrag über unseren Tellerrand und anderen Europäern auf den Mittagstisch.

Mittagessen: Große Unterschiede zwischen Nord- und Südeuropa

Bei Mittagszeiten und Essgewohnheiten gibt es vor allem zwischen Nord- und Südeuropa große Unterschiede.

Während es im Norden üblich ist, zwischen 12:00 Uhr und 14:00 Uhr zu essen, beginnt man damit im Süden erst gegen 13:00 oder 14:00 Uhr. Dafür gibt es aber auch vormittags eine lange Pause fürs Butterbrot, in welcher man in Ländern wie Spanien gerne mal ein üppig beladenes Baguette oder Tapas zu Bier oder Wein verschlingt.

Das Mittagessen besteht in nordeuropäischen Kantinen und Restaurants meistens aus einem Hauptgericht, zu welchem es ein Getränk und Nachtisch gibt. Klingt gut und reicht vollkommen aus, denn schließlich muss man danach wieder ins Büro hechten. Zu viel Nahrung liegt nicht nur schwer im Magen, sondern senkt auch die Konzentrationsfähigkeit.

Im Süden fällt die Mittagspause vor allem im Handel recht lang aus. Typischerweise öffnen Geschäfte in kleineren Städten erst ab 17:00 Uhr wieder ihre Türen, da es vorher zu heiß ist und die Leute sich eher zu Hause in der Nähe der Klimaanlage verschanzen.

Da bleibt viel Zeit für ein ausgiebiges Mittagessen: als Vorspeisen Salate oder Eintöpfe, als Hauptspeisen Reisgerichte, Nudelgerichte, Fisch oder Fleisch mit Beilagen, dazu noch Nachtisch und einen Espresso. Grund genug, danach etwas auszuruhen und bei der Hitze eine Siesta an einem kühlen Ort zu machen - und die mediterrane Küche mit Siesta bekommt einem einfach gut.

Großbritannien – Das Lunchpaket dabei?

Lunch fällt in England bedeutend kleiner aus als das Dinner, das Abendessen. Ersterer passt prima in eine Lunchbox, die man im Deutschen umgangssprachlich als Butterbrotdose bezeichnen würde. Pubs bieten zudem Suppen, Sandwiches oder auch einen Ploughman’s Lunch an, der aus verschiedenen, typisch englischen Käsesorten, Salat und Gewürzgurken besteht.

Schweden – Dagens Rätt für den kleinen Geldbeutel

Die schwedische Speisekarte enthält vor allem Kartoffeln, schwere Soßen und Fisch oder Fleisch. Das Dagens Rätt, das Tagesgericht, beinhaltet außer einem recht reichlichen Hauptgericht einen Salat, ein Getränk und einen Kaffee. Dieses kleine Mittagsmenü kostet rund 10 €, ist also auch für den kleinen Geldbeutel erschwinglich.

Frankreich – Ab in die Brasserie

Wer in Frankreich auf Geschäftsreise ist, wird sicherlich das eine oder andere Mal in einer Brasserie zu Mittag gegessen haben. Dort gibt es üblicherweise Komplettgerichte, wie Fleisch oder Fisch mit Beilagen, Nudelgerichte oder Eintöpfe. Aber auch im Bistro kann man mit dem „Plat du jour“ einen Treffer landen. Dabei handelt es sich meistens um typische Gerichte der Region, die von Tag zu Tag variieren.

Spanien – Eintopf und Paella

Das spanische Mittagessen fällt reichlich und üppig aus. Das typische Mittagsmenü, das in der „bar“ serviert wird, kostet um die 7 € und enthält als Vorspeise Salat, Honigmelone mit Serrano-Schinken oder Eintopf, als Hauptgericht Paella, Fideuà (Fischsuppe mit Nudeln), an der italienischen Küche orientierte Nudelgerichte oder Fleisch mit Beilagen. Dazu gibt es noch einen Nachtisch, wie Flan, Pudding oder gekühltes Obst mit Sahne, und einen Espresso oder Café con leche. Dafür verfügen die Spanier über etwa zwei Stunden Mittagspause, genug Zeit, um diese Hausmannskost sacken zu lassen.

Wie Sie sehen, isst man in jedem Land anders – Grund genug, manchmal von der traditionellen Hausmannskost abzuweichen und die Küche anderer Länder zu entdecken. Probieren Sie es aus!

Veröffentlicht am 8/18/2015 |  Permalink